Wir haben neue Räume

Nach über einem Jahr intensiver Suche haben wir nun neue Räume gefunden. Leider nicht für Kleinkind- und Großḱindgruppe in einem Gebäude, aber immerhin nahe bei einander in Wildenbruchstraße und Innstraße. Noch stehen ein paar Hürden vor uns, also der kitagerechte Umbau und die Bürokratie, sprich Abnahme durch die Kita-Aufsicht. Das kann bis Herbst 2017 dauern.

Was zwischendurch geschehen ist: Wir haben im Frühjahr mit Berlin Aspire gesprochen und geklärt, dass die Kleinkindgruppe als erstes in Übergangsräume in der Flughafenstraße zieht. Dort sind die Kleinen seit Mai. Nun hoffen wir, dass wir mit der Hausverwaltung auf eine Regelung für die Übergangszeit finden können.

Bis vor kurzem stand auf dieser Website auch, dass wir noch neue Kinder suchen. Aktuell haben wir keine weiteren Plätze, auch weil noch nicht absehen können, wann wir genau umziehen werden.

Unsere Kita soll verdrängt werden

Eltern und Kinder im Hof des Kindergartens Ackerwinde.
Eltern und Kinder im Hof des Kindergartens Ackerwinde.

Der Kindergarten Ackerwinde in der Donaustraße in Berlin-Neukölln besteht seit acht Jahren. Hier betreuen sechs ErzieherInnen 28 überwiegend mehrsprachige Kinder nach Prinzipien der Waldorfpädagogik mit viel Liebe und Aufmerksamkeit. Aufgrund der hohen Beliebtheit unserer Einrichtung wäre es sogar möglich, eine weitere Gruppe aufzumachen.

Doch seit September steht fest, dass wir den neuen Hauseigentümern Berlin Aspire Real Estate GmbH bei ihrem Projekt Luxussanierung im Weg stehen. Sie haben sich über eine langjährige Praxis hinweggesetzt und versucht, uns mit recht weit hergeholten Begründungen fristlos zu kündigen. Der ersten Kündigung hat unser Anwalt widersprochen, doch eine Räumungsklage ist schon in Vorbereitung. Wir sehen uns daher gezwungen, umzuziehen oder im schlechtesten Fall sogar zu schließen. Unsere Kinder verlieren dadurch ihr vertrautes Umfeld.

Stadtbekannter Immobilienhai

Berlin Aspire hat sich in den vergangenen beiden Jahren unrühmlich damit hervorgetan, Mieter unter Druck zu setzen und aus ihren Wohnungen drängen. Selbst eine therapeutische Wohneinrichtung für über 50 Frauen in Moabit war der Firma egal. Besonders pikant ist auch die Tatsache, dass die Firma offen auf Airbnb Ferienwohnungen anbietet. Ein Studenten-Projekt der FH Potsdam hat die Berliner Airnbnb-Angebote untersucht, Berlin Aspire gehört dabei zu den zehn größten Anbietern.

Dass Kindergärten in Berlin durch das kurzfristige Profitinteresse einiger weniger verdrängt werden, ist leider kein Einzelfall. Genauso wie seit Jahren MieterInnen durch gezielte Aufwertungsprozesse an den Stadtrand gedrängt werden, sind auch Kindergärten und Kinderläden mittlerweile ein Dorn im Auge besonders profitorientierter Vermieter. Damit wird eine fest in den Kiezen verankerte soziale Infrastruktur zerstört, die nicht ohne weiteres wieder aufgebaut werden kann.

Da immer mehr Initiativkindergärten verdrängt werden, muss die Politik anderweitige Betreuungskapazitäten aufbauen. Das ist in Neukölln nahzu unmöglich, da der Bezirk sehr dicht bebaut ist und eine hohen Nachfrage nach Betreuungsplätzen hat.

Neue Räume gesucht

Wir werden für den Erhalt unserer Kita und allen anderen räumungsbedrohten Kitas in Berlin kämpfen. Und wir suchen nach geeigneten Gewerberäumen ab 200 qm mit langfristigen Mietvertrag im Nahraum der jetzigen Adresse, also nördliches Neukölln, Kreuzberg, Alt-Treptow. Wir freuen uns über Hinweise an ackerwinde.kiga@gmail.com.